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Vom Pré Wendt in den Parc des Sports | Der Zauber der Charmilles | Der «Wirbelwind» verzaubert die Schweiz | Drei Ungaren im Team | Die Saison aller Superlativen | Die Rückkehr von Barberis | Das verrückte letzte Jahrzehnt der Charmilles | Wiedergeburt zwischen der Praille und Balexert | Tous unis dans la légende – alle vereint in der Legende | Bibliographie
Die Spieler mussten nachher zuerst auf das Terrain Prairie und später auf den Plainplais zügeln. Trotzdem mussten sie dort wegen der Nationalen Ausstellung zwei Jahre aussetzen. Bei der Wiederaufnahme des Klubs im Jahre 1898 wurde es als wie schwieriger, Rugby-Gegner in der Schweiz zu finden. Bevor sie im 1899 die Sektion Fussball gründeten, konnten sie noch vor 3‘000 Zuschauer gegen das grosse Lyon spielen. Der Fussball hatte sofort einen grossen Erfolg und wurde im 1900 Mitglied des SFV. In der kommenden Saison mussten sie ins Pré Cayla zügeln. Der Parc des Sports wurde im 1902 eingeweiht – mit einer Tribüne für die Damen und Mitglieder des Komitees. Dieses Stadion befand sich am Ort des späteren Stade des Charmilles. Servette konnte nun grosse Erfolge feiern mit 5 Schweizermeister Titel (davon drei unter dem Englischen Trainer Teddy Duckworth). 9 mal in Folge wurden sie auch Meister in der Romandie und jedes Wochenende pilgerten tausende Zuschauer ins Stadion.
Im 1946 konnte Servette den zehnten Meistertitel feiern. Es war dies die Epoche des Wirbelwinds „das Quintett Belli-Facchinetti-Tamini-Pasteur-Fatton, angetrieben durch ihren schillernden, inspirierenden, subtilen, schlauen und verschmitzten Chef Lulu Pasteur“ (JJ Tillmann). Der offensive und verzaubernde Fussball, welchen die Spieler von Jaccard seit fünf Saisons zeigten, wurde endlich durch eine Trophäe belohnt: im 1949 wurde der Cup gewonnen und im 1950 folgte zum 60. Geburtstag der Meistertitel. Servette ging es also gut. Trainiert wurde nun im Centre de Balexert und im Charmilles wurden zusätzliche Tribünen gebaut, um aus dem bestehenden Stadion eins im britischen Stil zu machen.
Einzig der halbe Ausfall auf europäischer Ebene machte diese super Saison nicht zu einer noch besseren. Nachdem ihnen der Exploit gelang, zuerst PAOK Saloniki und nachher auch Michel Platinis AS Nancy zu eliminieren, mussten sie gegen Fortuna Düsseldorf ran. Ohne verloren zu haben (0:0 im Hinspiel und 1:1 im Charmilles, Tor durch Hamberg) war der Viertelfinal Endstation. Schade, denn dieses Servette wäre fähig gewesen, bis ans Ende der Träume zu gehen.
Im Dezember 1996 wurde Servette durch die französische Gruppe Canal+ übernommen, nachdem der Präsident aufgrund einer schweren Krankheit das Zepter abgeben musste – ohne allerdings vorher alle Schulden auszugleichen. Bis zum 17. Titel im Jahre 1999 ging es stetig aufwärts. Der Genfer Gérard Castella führte das Team um Eric Pédat und Sébastien Fournier in einem verrückten (Regen-)Spiel in Lausanne zu einem 2:5 (Tore durch Vurens 3x und Petrov 2x). Im 2001 wurde diese Gruppe Cupsieger. Das Team von Lucien Favre konnte im Final in Basel vor 15‘000 Zuschauer Yverdon mit 3:0 (Tore durch Frei, Lonfat und Petrov) bezwingen. Der letzte grosse Erfolg im Stade des Charmilles konnte in der Saison 2001/02 auf europäischer Ebene gefeiert werden: zuerst konnten Slavia Prag, Real Saragossa und Hertha Berlin bezwungen werde – bevor dann in den Achtelfinals gegen Valencia Endstation war. Die kollektive Freude nach dem Tor von Oruma in der 87. Minute bei SFC-Saragossa und der klare 0:3 Sieg in Berlin bleiben die unvergessenen Momente dieser Kampagne. Das Stade des Charmilles wurde dann am 8. Dezember 2002 endgültig geschlossen mit dem Abschiedsspiel gegen die Young Boys. Nach drei Toren in der letzten Viertelstunde konnte Servette ein 4:4 erreichen und so das Publikum ein letztes Mal an diesem magischen Ort begeistern. Der Umzug von Servette ans andere Ufer ins neue Stadion de La Praille hätte Servette finanziell retten können. Servette - mit finanziellen Problemen sein mehreren Jahren - aber dies hat nicht gereicht. Es kamen zwar mehr Zuschauer ins Stadion trotz durchzogenen Resultaten (einem dritten Platz als bester Platz, aber mehr als 10‘000 Zuschauer im Durchschnitt), aber der Rekurs war aufgrund der zu grossen Ausgaben nicht zu vermeiden n (Februar 2005). Genf hatte nun kein Team mehr in der obersten Schweizer Liga und musste sich in der Praille und in der 1. Liga neu konstruieren. Der Klub kann weiterhin auf grosse Unterstützung zählen mit mehr als tausend Abonnenten und auch die Klubleitung ist ambitioniert und möchte so schnell wie möglich aufsteigen. Zu den Werten des Präsidenten Francisco Vinas zählten finanzielle Strenge, Arbeit, Ehrlichkeit und Transparenz. Der Klub hat sein Quartier im Centre sportif de Balexert bezogen, wo in der Vergangenheit alle Mannschaften von Servette trainiert hatten. Servette stieg bereits nach der ersten Saison in die Challenge League auf. Dies war vor allem dem grossen Talent Julian Esteban und den ehemaligen Pizzinat, Londono, Barea und Bratic zu verdanken. Der letzte Schritt ist sicherlich der grösste, aber die aufgrund der gesunden Struktur ist die Zukunft mit Optimismus zu sehen.
Der Präsident Majid Pishyar und die Vereinsleitung entschieden einstimmig, im Dezember 2008 die AG „Servette Football Club 1890 AG“ zu gründen. Ausserhalb des Sports entschied der Servette FC, sich auch sozial zu engagieren. Eine Partnerschaft mit der Association „Courir… Ensemble“ wurde im Januar 2009 unterzeichnet. Hinter den Kulissen wird kräftig gearbeitet, aber auch die Genfer Fans bewegen sich. So wurden beim Meisterschaftsspiel zwischen dem Servette FC und Lausanne-Sport rund 10’00 Zuschauer im Stade de Genève gezählt, was der Rekord von Servette in der Challenge League ist. Vereinsleitung, Spieler und Fans, alle wünschen sich nur eins: das Image des Servette FC wieder zu vergolden und alles zu unternehmen, um den Klub an die Spitze des Schweizer Fussballs zurück zu bringen. - « Chronique du football Genevois », Jacques Ducret, 2002, éd Slatkine Remerciements à Marc Ramer. |